Die Brüchigkeit der Mitte
Kooperationsprojekt mit LeCube, Rabat, Marokko

Die Mitte gilt als imaginärer Ort der Stabilität: vernünftig, demokratisch, zivilisiert. Doch gerade diese Mitte erweist sich immer wieder als fragil. Totalitäre Systeme entstehen nicht ausschließlich an den Rändern einer Gesellschaft, sondern aus Verschiebungen innerhalb des Alltäglichen — dort, wo Angst, Vereinfachung und das Bedürfnis nach Ordnung beginnen, Ambivalenzen zu verdrängen. Man könnte sagen, Totalitarismus nährt sich dort, wo Menschen aufhören, Ambivalenzen auszuhalten.

Die Brüchigkeit der Mitte
Wandinstallation, 2026

Ein Muster bilden
Fotoarbeiten, 29,7 × 42 cm auf Hahnemühle Photo Rag Ultra Smototh, 2026
Apokalyptische Landschaften
Installtion auf Sperrholz (Papierarbeiten, Porzellanobjekte und Objekte mit Tusche und Glas), 2026
Handreichungsobjekt, Porzellan 2023
Das Rückgrat der Gesellschaft
Handreichungsobjekte aus Porzellan (work in progress seit 2022)
2026







SPACIAL PRACTICE / Standpunkte

Pigmentdruck auf Hahnemühle FotoRag, 50 x 60 cm und 40 x 60 cm, 2025



DIE FAKTEN
DES BEWUSSTSEINS
LASSEN SICH
NUR
VON EINEM SUBJEKTIVEN STANDPUNKT BESCHREIBEN
VON SEINEM OBJEKTIVEN STANDPUNKT
LÄSST
DAS NATURWISSENSCHAFTLICHE WISSEN
WICHTIGE FAKTEN
ÜBER DIE WELT
AUS

subjektiverstandpunkt, Textarbeit, 2025


Thuja, Pigmentdruck auf Hahnemühle FotoRag, 2024


ZWISCHEN
DIESSEITS
UND
JENSEITS

Gesicht einer Landschaft
(Bote des Lichts)
Fotografie, 2024



Mehr ist eigentlich nicht zu sagen, performative Fotografie, 2025






FEAR IS LIMITING OUR MOVEMENTS IN MANY WAYS

performative Fotografie auf Hahnemühle, 2021-22

Installationsansicht mit Holzstab, geschwärzt (2025)
COMBINED (kuratiert von Stratis Pantazis und Vassiliki Vayenou)
Old Electricity Board (Palia Ilektriki), Pafos (GR)
(Foto: Theodor Liho)




TERRITORIES

Wenn wir von Territorien sprechen, denken viele zuerst an Staaten, Länder oder Städte. Doch künstlerisch betrachtet sind es vor allem die mentalen Räume, die inneren Grenzziehungen, die die menschliche Gemeinschaft zusammenhalten oder spalten. Die Gedanken sind hier wie geheime Karten: Sie markieren autonomes Gelände, das geschützt, verteidigt oder auch expandiert werden will. Jede Meinung hat einen Rand, jede Überzeugung einen Kompass, der die Orientierung der Gruppe bestimmt. So entstehen unsichtbare Grenzen, die oft stärker wirken als sichtbare Zäune.

Meine künstlerischen Arbeiten fragen nicht nach der absoluten Wahrheit, sondern interessieren sich für die Dynamik von Territorialität: Wer beansprucht welches Gebiet? Welche Narrative sichern Macht? Welche Welten gelten als legitim, welche als fremd?
Sprache bildet dabei ein wesentliches künstlerisches Werkzeug um dieses Feld zu beackern. Territorien sichern Zugehörigkeit und Schutz, aber im gleichen Moment schließen sie andere aus, schaffen Feindbilder und erzeugen Angst vor dem Verlust von Status oder Einfluss. Meine Arbeiten spüren diese Spannung auf und laden ein, dort zu verweilen, wo Angst, Verdrängung oder Machtambitionen sichtbar werden. Sie erinnern daran, dass Macht oft aus dem Potenzial entsteht, Welten zu ordnen, zu sortieren, zu kontrollieren – und dass genau dort eine verantwortungsvolle Kunst ansetzen muss: nicht um Gehorsam zu erzeugen, sondern um Denkräume zu eröffnen.

SO IST DAS IM KRIEG

Entschieden wird oben/gestorben wird unten
Performative Fotoarbeit und Textarbeit
Digitaldruck auf Samt (ca. 120 x 110
cm), 2023




WAS IST AUS DIR GEWORDEN?

Textarbeit, 2025
gezeigt in der Kunst-Zelle (DEMOKRATIE:ZELLE) im Rahmen von Independent Space Festival 2025
(Foto: Pablo Chiereghin)









DIE BRÜCHIGKEIT DER MITTE / 2025
Artist in Residence, Salzamt Linz

Perspektive, Fotografie, 2025





Die Brüchigkeit der Mitte
Zeichnungen, Fotografie,
Installation Stuhl, Garn, Tusche, Papier)
Salzamt Linz, 2025

UND
AM ENDE
GIBT ES NIEMANDEN MEHR
DER
VERANTWORTUNG
TRÄGT

MEHR IST EIGENTLICH NICHT ZU SAGEN

Text-Shirts, Digitalprint auf Biobaumwolle in den Größen XS – XL, 2024
auspodest, Gruppenausstellung Oberösterreichischer Kunstverein, 2024

Wenn die Sprache nicht stimmt, so ist das, was gesagt wird, nicht das, was gemeint ist. So wie eine Schale als rund und nicht als eckig bezeichnet wird. So wie das Gefängnis, Gefängnis und nicht Schutzhaft genannt wird. So wie Mord Mord und nicht Spezialoperation genannt wird. So wie Solidarität als Eintreten füreinander und nicht als Verordnung von oben bezeichnet wird. So wie Freiheit Freiheit und nicht Willkür genannt wird. So wie Waffen als Tötungsmaschinen und nicht als Friedensbringer bezeichnet werden…

Dieser Text bezieht sich auf das Gedicht „Ich will dich“ der Lyrikerin Hilde Domin. (Hilde Domin: «Ich will dich»  Fassung von 1995) In der letzten Passage dieses Gedichts bezieht sie sich auf Konfuzius. Sie sagte in einem Interview: „Jede kleinste Verschiebung zwischen dem Wort und der mit dem Wort gemeinten Wirklichkeit zerstört Orientierung und macht Wahrhaftigkeit von vornherein unmöglich.“ Mehr ist eigentlich nicht zu sagen.